Monotypie ist ein reizvolles Druckverfahren, vor allem durch das Handdruckverfahren gut für den Unterricht geeignet. Glasplatten und Acrylplatten zerkratzen aber sehr leicht und sind gerade in der Sekundarstufe I schwierig zu handhaben. Aus dem Grund schiele ich schon länger auf die, in den USA sehr beliebten Gelatineplatten, die es fertig als Gell-Press oder Gelli-Prints zu kaufen gibt. Die erschwinglichen Platten sind allerdings im Miniformat und die großen mit an die 100€ arg teuer. Grund genug die Herstellung selbst in die Hand zu nehmen. Ein Guss in Backblechgröße reicht für 2 Platten für A4 Papiere und kostet mit allen Materialien ca. 11€.

Die nötigen Materialien 

Ihr braucht nur 3 Zutaten einkaufen, den Rest habt ihr sicher daheim: 5 Packungen gemahlene Gelatine mit 3 Tüten à 9g (ca 5€ im Supermarkt, keine Blattgelatine), 200ml Isopropyl (70% reicht, gibt es in der Apotheke für ca 3€) und 200ml Glycerol (ebenfalls in der Apotheke zu 3€). Ansonsten benötigt ihr Wasser, einen Topf, ein Sieb, einen Schneebesen, ein Backblech und 2-3 Blatt altes Papier oder Zeitung.

Auf ans Kochen

Vermischt den Inhalt der 15 Gelatinepäckchen mit 420ml Wasser im Topf und rührt alles glatt. Lasst die Mischung 10 Minuten quellen. Anschließend gießt ihr das Glycerol und Isopropyl dazu und rührt. Stellt den Topf auf den Elektroherd bei sehr mäßiger Wärmezufuhr und rührt solange, bis alle Klumpen völlig aufgelöst sind. Keinesfalls zum Kochen bringen oder stärker als handwarm erhitzen, denn Isopropyl ist entzündlich. Beim Erwärmen auf eine gute Belüftung achten. Ist die Flüssigkeit klar und klumpenfrei, alles durch das Sieb auf das trockene und saubere Backblech gießen. Die Stärke der Platte sollte 1cm sein, entsprechend hoch müsste nun der Flüssigkeitsstand auf dem Backblech sein. Mit dem Papier oder der Zeitung sanft die Blasen an der Oberfläche der Gussfläche abschöpfen und zum Rand ziehen. Anschließend austrocknen lassen, bereits nach etwa einer halben Stunde ist die Masse so fest, dass das Blech bewegt werden kann. Es empfiehlt sich alles ca. 1 Tag durchtrocknen zu lassen.

Aufbewahrung

Glycerin zieht Feuchtigkeit, Alkohol trocknet aus. Die Platte ist zwar haltbar, sollte aber aufgrund der Bestandteile zwischen Acrylplatten, in Frischhaltefolie verpackt oder in einer Kunststoffdose aufbewahrt werden. Ist die Platte irgendwann nicht mehr schön, kann sie mit etwas Wasserzusatz komplett eingeschmolzen und dann neu gegossen werden, ganz ohne neue Materialinvestition.

Im nächsten Beitrag zeige ich Gestaltungsideen für Monotypien mit Gelplatte.

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