Fast 6 Monate seit dem letzten Blogeintrag. Für mich waren es ereignisreiche Monate. Kunsteignungsprüfung, Studium Drittfach Ethik, Staatsexamen, Referendariat. Finally der Neustart, lange bedacht, geplant, nochmal durchdacht. Alles aber kein Grund hier alles einzustampfen, denn so weit entferne ich mich ja von meinem bisherigen beruflichen Dasein nicht: Nach den Sommerferien geht es los, zwei Klassen in Kunst und zwei Klassen in Deutsch. Da bekommt der Begriff Ferien eine völlig neue Bedeutung und der Spruch Lehrer haben immer frei klingt gleich noch sarkastischer.

Reise durchs Kunst(schul)jahr

Nach den Sommerferien bekomme ich vier Klassen, zwei davon in der gymnasialen Oberstufe und zwei am Mittelstufengymnasium. Das bedeutet konkret: Kunst auf die Kleinen, eine 6. Klasse. Ich freue mich sehr drauf und habe das Schuljahr schon weitgehend durchdacht. Lasst euch überraschen, von bunten Farbexperimenten mit Zufallstechniken bis hin zu grafischen Übungen habe ich einiges vor und werde hier berichten.

Während die Kleinen den Spaß an Farbe und Materialien voll erleben sollen, ist Kunst in der Oberstufe zu 50% theorielastig. Klingt zunächst abschreckend aber das wird es ganz sicher nicht. Ich habe mir als Oberthema Hässlichkeit überlegt. Wie ich darauf wohl komme? Zunächst hatte ich überlegt das Thema Unterwelt, Hölle, Apokalypse zu wählen. Wer mich kennt, weiß ja, dass mein Interesse stark in diese Richtung geht und ich mich immer wieder aufs Neue dafür begeistern kann. Aber wohl gerade deshalb weiß ich, dass dies nicht bei jedem so ist. Die Auseinandersetzung mit Schönheit und Hässlichem ist hingegen etwas, das jeden tangiert. Der Frage, was eigentlich hässlich und schön ist und ob beides nicht subjektiv und dem Wandel unterlegen ist, stellte bereits Umberto Eco in seinen monumentalen Wälzern Die Geschichte der Schönheit und Die Geschichte der Häßlichkeit. Dass beide Bücher meist vergriffen sind, spricht für die Brisanz des Themas. Umfassend wird Hässlichkeit in diesem Buch beleuchtet aber eigentlich erst fassbar, indem auch die Geschichte der Schönheit umrissen wird. Umberto Ecos Erzählweise ist mitreißend wie in seinen Romanen und ich hoffe wenigstens partiell etwas dieser Spannung in den Unterricht tragen zu können.

Begleitet mich im kommenden Schuljahr auf meiner Reise durchs Referendariat und einem roten Faden an spannenden (Kunst-)Themen.

Eigens zur etwas abgewandelten Ausrichtung des Blogs – ab von völlig freien Kunstkursen ab dem Grundschulalter hin zum schulischen Kunstunterricht nach KC Hessen – entsteht auf Instagram ein neuer Account Klassenzimmerkunst. Folgt mir und erlebt wie dieser neue Account wächst und viele kreative Anregungen bietet rund um Kunstunterricht, Basteln, Kreativ mit Kindern arbeiten, Lehrerleben und vielleicht auch die ein oder andere Deutsch-Intervention.