Als ich vor Jahren bei der Polizei Thüringen den Aufnahmetest zum gehobenen Polizeidienst absolviert habe, war der letzte Test ein psychologischer. Ich war aufgefordert einen Aufsatz zu schreiben und zwar darüber, was mich in meiner Person am meisten geprägt hat. Über diese Frage hatte ich zuvor nie nachgedacht und dennoch war es mir in diesem Moment sofort klar: Die kulturellen Unternehmungen meiner Kindheit. Meine Eltern haben es durch natürliche Freizeitgestaltung geschafft mir die Liebe zur Kunst und Kultur zu vermitteln. Bei beiden war das persönliches Interesse und nicht etwa Beruf. Dass ich heute in diesem Bereich arbeite, verdanke ich letztlich meiner frühkindlichen Prägung.

Unser heute und zukünftige Tendenzen sind untrennbar mit unserer Vergangenheit verbunden. Das gilt kulturell, gesellschaftlich, politisch … kurz: es erstreckt sich auf alle unsere Lebensbereiche. Aus diesem Grund ist es wichtig die Achtung vor unserer Vergangenheit samt ihren historischen Zeugnissen zu wahren. Kunstvermittlung für Kinder ist mir exakt aus diesem Grund ein wichtiges Anliegen. Kunstvermittlung ist jedoch keine Einbahnstraße. Kinder lieben Farben und sich kreativ auszudrücken. Was sonst als die Kunstgeschichte der Welt eignet sich besser, um dafür als Medium genutzt zu werden? Durch eine didaktisch geschickte und altersgemäße Kunstvermittlung lernen Kinder sich ideal in der den verschiedenen Kulturen der Welt zu orientieren. Es eröffnet ihnen Horizonte und vermittelt Wissen, das zu einer umfassenden Allgemeinbildung zwingend gehört. Zudem liefert es Kenntnisse in verschiedenen Kunsttechniken, Stilen und Herangehensweisen, die auch bei alltäglichen Lebensanforderungen hilfreich sind.

Alle Eltern, die selbst aufgeschlossen gegenüber Kunst sind und beispielsweise gern ins Museum oder zu Ausstellungen gehen, möchte ich motivieren dies auch mit Kindern zu tun. Ein Baby oder Kleinkind ist kein Grund auf kulturelle Unternehmungen zu verzichten. Wichtig ist es diese vor- und nachzubereiten, damit alle vom Kunstgenuss profitieren. Je natürlicher Eltern mit Kultur umgehen und je mehr sie Teil ihres Lebens ist, umso besser können sie Kinder als Teil ihres Lebens annehmen und vor allem verstehen.

In meiner Serie zur Kunst- und Kulturvermittlung für Kinder möchte ich Methoden vorstellen, um Kinder an Kunst heranzuführen. Eltern sollten dabei nicht zu sehr den Aufwand bewerten als vielmehr den Nutzen. Ich möchte die Scheu vor Kunst, insbesondere auch vor modernen und zeitgenössischen Exponaten, nehmen und zur Auseinandersetzung damit auffordern.

Kinder sind ein guter Anlass, um eigene Sehgewohnheiten zu überprüfen, neue Sichtweisen kennenzulernen und sich auf bisher unbekannte Terrains zu begeben. Die naive und unvorbelastete Sichtweise der Kinder ist inspirierend. Sie erleichtert Kunst-Ungeübten den Zugang zu Stilen, Methoden und Motiven und schenkt Kunst-Experten neue Anregungen.

 

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