Museumsgeschichte ohne pädagogischen Zeigefinger

Das kindliche Interesse an Kunst und der aktiven Auseinandersetzung damit ist meine persönliche Zielsetzung für meine Kunstworkshops für Kinder. Gerade bei den Angeboten im Kleinkindbereich schwingt häufig der pädagogische Zeigefinger mit. Mir persönlich fehlt oft die Leichtigkeit, die Kinder von sich aus mitbringen und die es nur mittels innovativer Methoden zu kanalisieren gilt. Aus diesem Grund entwickle ich viele Methoden für meine Workshops selbst. Dennoch nutze ich gern Impulse wie beispielsweise Bücher, Lieder oder auch Hörspiele. Vom cbj audio Verlag habe ich die Hörspiel-CD Erdmännchen Gustav – Kunstraub im Museum als Rezensionsexemplar bekommen. Die CD ist ab 3 Jahre und zunächst einfach nur ein putzig vorgelesenes Abenteuer mit Tieren als Protagonisten und musikalischer Untermalung.  Genau das macht sie zum idealen Impulsmittel.

Eine nette Tiergeschichte für kleinere Kinder

Das Hörspiel entstammt der Feder von Ingo Siegner, der als Auto des Drache Kokosnussbekannt ist. Die Handlung ist einfach und schnell erzählt: Im Museum ist ein Bild verschwunden. Der Fuchs versucht sich als Detektiv, um die Belohnung für die Überführung des Täters zu bekommen. Er begibt sich mit der einzigen Spur – einem Pfotenabdruck – auf die Suche nach dem Täter. Seine Suche führt ihn in den Zoo, wo die Zootiere direkt wissen wessen Abdruck das ist. Die Zootiere halten zusammen und wollen den vermeintlichen Täter nicht ausliefern. Sie versuchen den Fuchs in die Irre zu führen. Letztlich arbeiten alle Tiere zusammen und bringen dem Museum das Bild zurück. Freundschaft über alles und ganz nebenbei wird vermittelt, dass Kunst in einem Museum für alle zugängig ist und deshalb dort gut aufgehoben ist.

Der Geschichte lässt sich leicht folgen. Die Altersangabe ist stimmig, 3-jährige können der Geschichte, die mit etwa 30 Minuten eine ideale Länge hat, sehr gut folgen. Philipp Schepmannliest vielstimmig und klanghaft. Als reines Hörspiel ist die CD in jedem Fall für die Altersklasse 3 bis 7 Jahre zu empfehlen.

Impulse zur Kunstbetrachtung

Etwas ältere Kinder werden nach dem Hören der Geschichte schnell die Frage stellen, welches Bild gestohlen wurde. Das gestohlene Bild wird in der Geschichte vom Nilpferd näher thematisiert, der als Kunstkenner bezeichnet wird. Er erzählt von dem Bild „Zerbrochener Schlüssel“, das ein Labyrinth darstellt, dessen Schlüssel zerbrochen ist. Er beschreibt die Entstehungszeit als wilde Zeit, die auch den Maler Paul Klee schwer beeinflusste. Dieses thematisierte Bild ist stilisiert auf dem CD Cover dargestellt, wird allerdings von der Nase des Kängurus etwas verstellt. Klees „Zerbrochener Schlüssel“ hängt im Sprengel Museum Hannover. Diese Hörspiel-CD bietet einen tollen Anlass, um sich mit diesem Werk (oder für Größere Paul Klee generell) zu beschäftigen, beispielsweise indem das in der CD thematisierte Werk einmal genauer gemeinsam angeschaut wird. Ideen zur Annäherung an Paul Klees Werk gibt es in meinem Artikel Paul Klee. Der Zerbrochene Schlüssel.

Erdmännchen Gustav – Kunstraub im Museum. Von Ingo Siegner. Gelesen von Philipp Schepmann. Erschienen bei cbj audio. Isbn: 978-3-8371-3745-3.

Ein Klick auf das Cover führt Euch zum Shop, wo ihr de CD bestellen könnt. Wer erst einmal unverbindlich reinhören will, kann das hier in der Hörprobe tun:

 

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