Erinnert ihr euch noch an meinen Blogbeitrag KUNST EINFACH VERMITTELN. TEIL 3: BETITELN

Darin hatte ich berichtet, wie Kinder sich Bilder erschließen, wenn sie versuchen das Gesehene in einem Titel zu beschreiben. Diese Methode lässt sich nicht nur für Kinder anwenden und wird in der Museumspädagogik häufig verwendet.

Nun hat der Mosaik Verlag ein Buch veröffentlicht, dass genau diese Methode verwendet. Stefano Guerrera: Wehe, du postest das!: Wenn Gemälde sprechen könnten. Genial! Um die 80 Gemälde der Kunstgeschichte sind jeweils in klein im Original abgebildet mit den wichtigsten Hardfacts und daneben in vergrößerter Darstellung. Dort sind den Bildprotagonisten Worte in den Mund gelegt oder das ganze Werk untertitelt.

Wer jetzt meint, damit wird die Aktivität der Methode untergraben – nö! Gerade in der Schule, im Kunstunterricht, stelle ich fest, dass sich viele Schüler und Schülerinnen schwer tun ad hoc selbst Ideen zu entwickeln. Die in diesem Buch vorgestellten Ideen sind witzig, skurril, querdenkend und vor allem Impuls gebend. Als stiller Impuls zu Beginn der Stunde, vielleicht auch nur zu einem ähnlich Werk wie das behandelte. Zu komplexen Werken lassen sich übrigens wunderbar ganze Dialoge entspinnen, die thematisch beispielsweise auch Zeitgeschichte, Werkhintergrund oder Maltechniken beinhalten können. Eine super Übung zur Bildbeschreibung.

Ein wahnsinnig cooles Buch, das auch als Geschenk super ist – bringt zum Schmunzeln und weckt das Interesse an der bildenden Kunst; was will man mehr?