Wie viel darf Kunst kosten? Sind Kunstwerke käuflich? Wem gehören Kunstwerke (zu denen auch Schlösser, öffentliche Arbeiten gehören)? Die Ludwig Galerie im Schloss Oberhausen machte jüngst mit einer Auktion auf diese Fragestellungen aufmerksam. Sie lud Blogger, Twitterati und Instagramer in ihre Let´s buy it Ausstellung. Jeder Teilnehmer bekam die fiktive Summer von 500.000€ zur Verfügung gestellt, um damit an einer inszenierten Kunstauktion teilzunehmen. Zehn Kunstwerke kamen in dieser Auktion unter den Hammer. Dank der imaginierten Moneten durfte jeder Teilnehmer völlig frei zuschlagen und auf den Zuschlag hoffen 95.000€ gegen 1$ -klingt komisch. Wenn Jim Dine diese Ein-Dollar-Note gestaltet hat, dann ist ihr Wert sicher gestiegen. Pop-Art. Klingt nach Kunst. Muss teuer sein, das sitzt das Geld locker. Im Anschluss an den „Kauf“ wurden Fragen gestellt, die herausfinden sollten, warum exakt diese Summe geboten wurde und warum das Kunstwerk mit diesem Wert bedacht wurde. Hildegard Mihm war einer der geladenen Blogger und berichtet für Tanja Praske von Kultur Museum Talk in Warenhaus Kunst – Auktion im Schloss ausführlich über das Bloggerevent in der Ludwiggalerie. Sie beschreibt darin ausführlich welche Kusntwerke des 20. und 21. Jahrhunderts unter den Hammer kamen. Als Beteiligte und aktive Bieterin schildet sie unter anderem auch, welche Aspekte zum virtuellen Kauf und vor allem zum gebotenen Kaufpreis führten. Dass es sich um ein ausgewiesenes Spiel, um fiktives Geld und vor allem um eine unvorbereitete Auktion handelte (die Bieter wussten vorher nicht, welche Kusntwerke unter den Hammer kommen) muss berücksichtigt werden. Laut Blog der Ludwig Galerie saß das ua. deshalb Geld locker, weil genügend davon vorhanden war.

Ist es tatsächlich das, was unsere Kunst heute ausmacht? Dass sie einem bestimmten Klientel vorbehalten ist, bei denen das Geld lockerer sitzt? Zumindest in Frankfurt gibt es den kostenfreien Samstag immer Ende des Monats, sogar unentgeldliche Themenführungen werden angeboten.

Doch weg vom Ausstellungsbesuch, bei dem „nur geschaut“ wird. Wie ist es mit Kunst kaufen: Wie viel darf ein Kunstwerk für die Wohnung kosten? Diese Diskussion hatte ich schon häufiger mit Bekannten. Interessant ist, dass wenige, bei denen das Geld nicht so locker sitzt wie bei den Teilnehmern des Bloggertags während der inszenierten Auktion (und das trifft wohl auf viele Menschen in Deutschland zu), nicht bereit sind Geld für zeitgenössische Künstler auszugeben. Da werden Werke, in denen locker reine 100 Arbeitsstunden stecken, mit einem Preis von 300-500€ als völlig überteuert bewertet. Wir sprechen folglich über einen Stundenlohn von 3 bis 5 Euro. In Zeiten des Mindestlohns ein Witz. Dabei ist die schöpferische Leistung dabei nicht berücksichtigt, ebenso wenig intellektuelle Vorleistungen wie Skizzen, Ideenfindung usw.. Der Einwand, dass die rein handwerkliche Leistung schon diesen Preis bei Weitem übertrifft, wird in solchen Diskussionen häufig abgewertet, dass der Künstler ja nicht bekannt sei. Er muss sich dann messen lassen an Picasso, van Gogh oder Rembrandt.

Bedeutet das, Kunst ist nur dann etwas wert, wenn sie so extrem teuer ist, dass sie nur noch von einem ausgewählten Klientel erworben werden kann oder ausschließlich im Museum gezeigt wird, weil es ein Kulturgut ist?

Die Frage wie viel Kunst wert ist hat zwei Ebenen. Zum einen geht es darum was jeder Einzelne bereit ist für Kunst auszugeben. Dabei geht es nicht unbedingt nur um den Erwerb eines Bildes. Die Frage stellt sich bereits im Museum an der Kasse. 12 Euro Eintritt sind vielen zu viel, um ein paar alte Bilder anzuschauen. Neue Bilder in schneller Abfolge, nämlich 24 und mehr Bilder pro Sekunde (!), dürfen exakt diesen Preis kosten, der gern auch häufiger gezahlt wird – das belegen zumindest die Zahlen der Kinokassen.  Zum anderen richtet sich die Frage aber auch in Richtung der Wertschätzung von Kunst. Welche Bedeutung räumen für Kunst und Kultur ein? In unserer Gesellschaft. Aber insbesondere auch in unserem persönlichen Alltag?

 

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