Projektbeschreibung

Wasserhäuschen 2002

Studentisches Projekt der Goethe Uni  auswärts Kunstraum e.V., ua. mit Marko Lehanka.

19. April bis 12. Mai 2002

Vernissage: Donnerstag, 18. April, 19 Uhr

Die Vorläufer der Frankfurt Wasserhäuschen waren Verkaufsstände, die hauptsächlich Mineralwasser mit Kohlensäure verkauften. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte das Bäderwesen und der Gesundheitsgedanke einen Aufschwung, so dass in diesen Jahren im Stadtgebiet 130 „Sodawasserhäuschen“ errichtet wurden. An diesen war der Verkauf alkoholischer Getränke untersagt. Unter anderem der Verkauf außerhalb der gesetzlichen Ladenöffnugnszeiten führte zu einer Missbilligung der Trinkhäuser während des Nationalsozialismus. Die Architekturen wurden als Schandflecken definiert und ein umfassender Abriss zahlreicher Bauten war die Folge. In den Nachkriegsjahren sahen die Opfer des Nationalsozialismus in der Errichtung neuer Trinkhalen die Chance auf eine neue Existenzgrundlage. Die 314 Wasserhäuschen der Nachkriegszeit wurden zu einem Treffpunkt für Stammkunden, Nachbarn und Besuchern der Stadt. Das Ansehen der Wasserhäuser sank, da mit zunehmendem Alkoholausschank mangelnde Hygiene, Lärmbelästigung der Anwohner und hoher Alkoholkonsum bemängelt wurden.

Die Ausstellung spürt dem Phänomen „Frankfurt Wasserhäuschen“ nach, sie skizziert eine Geschichte dieser Architekturform und schenkt mit Hilfe der parallel erscheinenden Wasserhäuschen-Zeitung einen Eindruck in das mit der Trinkhalle verbundene soziale Phänomen.