Im 1. Teil Tasty – Kunst schmecken hat Rolf Baltromejus, dessen Name hier in Mittelhessen für Performancedinner ein Begriff ist, unseren Kunstkindern Antworten gegeben wie Kunst essbar wird. Lest nochmal die teils lustigen Fragen der Kunstkinder und die sehr informativen Antworten des Performanceskochs. Auf Instagram zeigt Rolf Baltromejus hin und wieder Ergebnisse seiner faszinierenden Interpretationen großer Kunstwerke. Etwas mehr verrät er in seinem Blog Rolf cooks.

In diesem Teil erfahrt ihr, welche Künstler Rolf Baltromejus gern einmal in seinen Eat-Art-Perfomances huldigen würde und welche Gerichte ihm spontan zu den Lieblingswerken der Kunstkinder in den Sinn kamen.

Auf die Frage, welche Künstler er bereits bekocht hat, führt Rolf Baltromejus eine lange reihe namhafter Zeitgenossen an: Frida Kahlo, Joseph Beuys, Pablo Picasso oder Jeff Koons. Die Liste ließe sich um einige mehr erweitern, allein gefüllt mit den Namen, die man jüngst in diesem Zusammenhang aus der Zeitung erfahren hat: James Rizzi oder jüngst Elvira Bach. Bei dieser Riege an großen Namen erscheint die Frage nach einem Künstler, der Baltromejus für eine künftige Perfomance reizt, etwas grotesk. Dennoch gibt es zwei amerikanische Künstler, die für Rolf Baltromejus uns seine Eat Art Performance interessant wären. Den meisten Menschen sind die Namen hierzulande nicht zwangsläufig ein Begriff, einige der Kunstwerke allerdings bekannt. Kannst du mit den Namen etwas anfangen? Beim Scrollen über die Künstlernamen erscheint eines ihrer Werke und ich bin sicher, beide werden für Überraschung sorgen.

MATTHEW BARNEY

MATTHEW BARNEY

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LOUISE BOURGEOIS

LOUISE BOURGEOIS

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Das Foto, das an einen Schafkopf auf Menschenkörper erinnert, stammt aus einem 5-teiligen Filmzyklus Matthew Barneys The Cremaster Cycle, in dem der Medienkünstler verschiedene Kunstgattungen vereint: Video, Performance, Skulptur, Zeichnung. Diesem Langzeitprojekt widmete sich der Künstler zwischen 1994 und 2002. Einen kleinen Eindruck vermittelt dieser Trailer der  Cremaster Cycle.

 

 

„I have been to hell and back. And let me tell you, it was wonderful.“

Das zu Beginn des neuen Milleniums häufig verwendete Zitat stammt von Louise Bourgeois, die mit ihren riesigen Skulpturen für Furore gesorgt hat und doch so viel mehr geschaffen hat als „Maman“-Spinnenskulpturen. Zu Bekanntheit hat ihr der Film Enemy mit Jake Gyllenhall verholfen, posthum allerdings. Was für manch einen eine virtuelle Filmskulptur aus Computerhand gewirkt haben mag, ist tatsächlich eines ihrer großen Werke, das 2005 vor der National Gallery Canada in Ottawa installiert wurde. Die Skulptur stammt aus dem Jahr 1999 und wechselte seither ihren Aufstellungsort und war bereits vor vielen namhaften Museen weltweit zu sehen.

Einen lesenswerten Artikel mit vielen Ansätzen zum weiterdenken und weiter nachforschen gab es im Art Magazin zu Louise Bourgeois, die Unsterbliche. Sehenswert ist ebenfalls das Video der Tate, das Hintergründe ihres Werkes beleuchtet und diese Künstlerin, die wohl zu den bedeutensten unserer Zeit zählt, vorstellt.

 

Die Kunstkinder hatten sich für Rolf Baltromejus Fragen überlegt, vor allem aber waren sie neugierig wie sie sich ihre Lieblingskunstwerke über die Zunge erschließen könnten. Ich hatte die Kinder gebeten sich ein Werk auszusuchen, dass sie entweder in einer besuchten Ausstellung oder bei mir im Kurs besonders beeindruckt hatte. Ich war überrascht, welch vielfältige Auswahl quer durch die Kunstgeschichte wir zusammenbekommen haben. Entdeckt den Zusammenhang zwischen Werktitel, Bildthema oder Farbkomposition und dem kulinarischen Vorschlag.

NILPFERDJAGD

Peter Paul Rubens

NILPFERDJAGD

kunst schmecken II 3Nilpferd kommt mir nicht auf den Tisch! Da würde ich wahrscheinlich eher einen luxuriösen Meerestiere-Teller anbieten (Jakobsmuscheln, Garnelen, kleinen Tintenfische), das alles in einer würzigen Tomaten-Safransauce.

DER SCHREI

Edward Munch

DER SCHREI

kunst schmecken II 4Eine kleine geeiste Kugel Zitronensorbet, ganz sauer mit einem Kern aus Knistercrispies – kleinen Kügelchen aus dem Patisseriebereich, die im Mund explodieren, so dass man vor lauter Überraschung selbst den Mund weit aufreißt!

NANA

Nikki de St. Phalle

NANA

kunst schmecken II 2

Ein Baisertörtchen, schön wulstige gebackene Formen, serviert mit Tupfen von unterschiedlichen Fruchtsaucen.

MONA LISA

Leonardo da Vinci

MONA LISA

kunst schmecken II 1Eine dicke Scheibe geschmolzener Taleggio mit kleinen Cornichons, welche die Bäume im Hintergrund darstellen. Dazu Ciabatta, zu groben Semmelbröseln verarbeitet, und mit ganz fein gehacktem Prosciutto vermischt darüber gestreut.

Kunst schmecken ist ein spannendes Thema, das auch für die Kunstvermittlung einiges an Spielraum bietet. Ich danke noch einmal Rolf Baltromejus für diese Einblicke in seine Arbeit.

kunst schmecken II_kleinAls Themenabschluss gab es für meine Kunstkinder übrigens ein Kunstwerk serviert. Auch hier bin ich in der Zubereitung Rolf Baltromejus Empfehlung gefolgt, der mich beraten hatte wie ich diese Skulptur kulinarisch umsetze:

„Eine schmale Schnitte „kalter Hund“, etwa 2 cm x 6 cm, mit darüber geträufelter Schokosauce, um die Struktur der Bronze darzustellen.“

 

Damit konnte ich den Kreis zu einem vorherigen Thema, das zu Kunst tasten gehörte, schließen. Erratet ihr auf welches Kunstwerk hier Bezug genommen wird? Bronzeskulptur und kalter Hund sind hier die Hinweisworte. Wer es weiß, darf gern im Kommentar unter dem Blog seine Vermutung äußern, ich freue mich auf eure Ideen.

 

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