Kürzlich hatte ich über eigene Höhlenmalerei mit Naturfarben berichtet. Bisher hatte ich als Impulsgeber Das große Wimmelbuch der Kunst verwendet. Passend zum Thema habe ich nun aber eine Neuentdeckung im Museum Rietberg in Zürich machen können, eine 2021 neu aufgelegte Publikation zur Kunst der Vorzeit mit Felsbildern der Frobenius Expeditionen.

Leo Frobenius war Leiter des Völkerkundemuseums Frankfurt. Er erforschte und die Höhlenmalerei in Afrika, Europa und Australien. Auf seinen Forschungsreisen begleiteten ihn Maler, die alle Höhlenmalereien auf Leinwände übertrugen und auf diese Weise systematisch dokumentierten. Das Interesse an den Höhlenmalereien war riesig, so dass sie in etwa 40 großen Ausstellungen gezeigt wurden. Dies wiederum veränderte ihre Wahrnehmung als eigenständige Kunstwerke, derer sich Künstler wie Jackson Pollock oder Paul Klee bedienten, um daraus Ideen für ihre eigene Arbeit zu ziehen.

Der Ausstellungskatalog gibt einen umfassenden Überblick über die angefertigten Kopien der Höhlenmalereien. Er ist damit ein gutes Quellwerk für prähistorische Malerei und zeigt vor allem gut die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Höhlenmalereien auf verschiedenen Kontinenten. Zugleich informiert er aber auch über die Technik des Kopierens, die daran beteiligten Malerei und vor allem Malerinnen.

Arbeiten moderner Künstler wie Ernst Ludwig Kirchner oder Paul Klee werden prähistorischen Vorbildern gegenübergestellt und treiben deutlich, dass es gestern wie heute immer gleiche Urmotive sind, die in der Kunst eine Rolle spielen und uns Menschen im ureigensten bewegen.

So wie diese Motive Kirchner, Pollock, Klee usw. beeinflusst haben, können sie einen gelungen Anreiz bieten, um mit Kinder kunstpraktisch zu arbeiten. Einfache Formen, reduzierte Geschichten und selbsthergestellte Farben sind gute Ansatzpunkte. Auf Youtube gibt es einen kleinen Film mit dem Ergebnis: Höhlenmalerei – jetzt wirds bewegt