In Kunst begebe ich mich immer wieder auf die Suche nach Bildbeispielen. Gerade wenn es um Farblehre geht. Vieles ist in der Theorie leicht erklärt, aber dann in Bildern oft nicht eindeutig nachzuvollziehen. Oder aber die Bildthemen passen gerade nicht zur Unterrichtsreihe. Wo ich fast immer fündig werde, wenn es um Farblehre geht, ist Emil Nolde. Seine Bildthemen sind in der Vielfalt kaum von einem anderen Maler übertroffen worden. Ob Menschen, Landschaften, Blumen, Meer, Berge, Fantasie oder absurde Momente – Emil Nolde hat zu nahezu jedem Thema etwas zu bieten und das in seiner typischen Farbigkeit. „Die Kunst selbst ist eben (seine) Sprache.“ (Emil Nolde)

Als kleine Anthologie habe ich das Buch Emil Nolde – Die Kunst selbst ist meine Sprache von Christian Ring entdeckt. Das Werk versucht die schier unerschöpfliche Vielfalt zu kategorisieren. Zum Teil chronologisch und zum Teil thematisch ordnet der Katalog mit Werken der Seebüllstiftung Nolls Werke zu den Wanderjahren, zu grotesken und fantastischen Themen, zur Religion. Für die vielen unfassbaren Werke gibt es charmante Kategorien, die nicht einengen.

Neben fachlich fundierten Texten, die einen guten Überblick über Noldes Schaffen geben, ist das Buch vor allem eine gute Materialsammlung zum Zeigen und zum Heranführen an Malerei. Durch die starken Farben, die eindrücklichen Kontraste fällt Kindern der Zugang leicht. Zu den Bildern lassen sich Geschichten erfinden, da sich jeder einfach hineindenken kann und so in den Werken seine ganz eigene Welt zu entdecken vermag.

Die Motive sind ein toller Impuls, um die Malereien in anderen Medien nachzustellen. Gerade die Blumenbilder laden dazu ein, ähnliche Arrangements vorzunehmen und fotografisch, zeichnerisch oder malerisch mit anderen Materialien abzubilden. Aber auch die Menschenbilder können gut nachgestellt werden. Emil Nolde, als einer der führenden Expressionisten, kann  so spielerisch erobert und ein einfacher Bildzugang erlebt werden. Zudem können mit digitaler Bildbearbeitung seine Motive in seinen Farben und wieder mit anderen Farben getestet werden. Spielerisch können die in der auf diese Weise Farbwirkungen erproben und für ihre kommenden Werke nutzen.

Die Ergebnisse dieser spielerischen Auseinandersetzung mit Nolde zeige ich in einem weiteren Blogbeitrag.