Beim Stöbern in meinem Bücherschrank fiel mir das Buch Das große Wimmelbuch der Kunst von Susanne Rebscher und Annabelle von Sperber wieder in die Hände. In einem Artikel zur Kunstgeschichtsvermittlung für Kinder hatte ich das Buch schon einmal sehr ausführlich vorgestellt. Beim Blättern fiel mir auf der ersten Seite direkt die Höhlenmalerei ins Auge. Beeindruckend finde ich, dass dort verschiedene Arten der Höhlenmalerei dargestellt sind. Längst hat man herausgefunden, dass die Steinzeitmenschen Graffiti beherrschten und die allerersten Malereien solche Graffitis waren. Hände wurden auf die Wand gelegt und über ein Blasrohr Farbe gesprüht, so dass der Handabdruck als Negativform an der Felswand verewigt wurde. 9.000 Jahre ist das nun her. Die Malereien sind noch immer in der Cueva de las Manos zu sehen. die Höhle wurde erst verhältnismäßig spät entdeckt und ab 1950 erforscht. Bekannter ist die Höhle von Lascaux, deren Malereien mittlerweile auf bis zu 36.000 v.Chr. datiert werden. Hauptsächlich sind es Tiermalereien, die in dieser Höhle zu sehen sind. Sie waren Vorbild für das Wimmelbild und sind im Buch ebenfalls zu finden. Durch das riesige Format eignet sich das Buch aufgeklappt perfekt als Anschauungsmaterial und malerisches Vorbild.

(Natur-)Farben selbst herstellen

Das Spannende der Höhlenmalerei sind zwei Dinge: Zum einen ist es der steinige Untergrund und zum anderen die selbst hergestellte, recht simple Naturfarbe. Diese ist im ersten Schritt recht einfach herzustellen:

1. Zeichenkohle

In einen Feuerkorb oder Grill wird unten in die Glut ein Holzstöckchen gelegt und mit glimmen gelassen. Nach dem Auskühlen kann es zum Zeichnen verwendet werden. Alternativ eignet sich auch Holzkohle, die sonst zum Grillen verwendet wird. Am besten sucht man sich ein Stück, das gut in der Hand liegt, nach vor aber eine spitzere Kante hat. Diese kann man auch gut selbst anschnitzen.

2. Erd-Kaffee-Farbe

Zu 4-5EL Kaffeesatz und 2-3EL Erde (keine frische Pflanzerde, sondern am besten feste Erde aus dem Beet) kommen 6EL Wasser bis ein richtiger Brei entsteht. Dieser kann mit den fingern vermalt werden. Es sollte nicht zu wässrig sein, da sonst das Blatt aufweicht. Die aufgemalte Erd-Kaffee-Farbe muss gut trocknen, pulvrige Rest können dann einfach vom Blatt abgestrichen werden.

Zur eigenen Höhlenmalerei

Auf den steinigen Hintergrund möchte ich verzichten, zumindest aber die Struktur nachahmen. Dafür benötigt man ein A3 Blatt. Dieses wird mit verschiedenen Orange-, Gelb-, Braun- und Ocktertönen bemalt, diese dürfen auch ineinander verlaufen. An einigen Stellen sollten die Farben kräftiger angerührt werden als an anderen, insgesamt sollte es aber bei einem überwiegend lasierendem Auftrag belassen werden. Anschließend wird das Blatt gut trocknen gelassen.

Das fertig bemalte Blatt nun vorsichtig (!) zerknittern und anschließend wieder glatt streichen. Auf diese Weise wird die Struktur des Felsens nachgeahmt.

Mit Kohle wird nun das Motiv, zum Beispiel eine Jagdszene, auf das Papier gezeichnet. Dabei sollten vorerst nur die Umrisse gezeichnet werden. Größere Flächen, zum Beispiel die Tierkörper, können mit der Kaffee-Erdfarbe ausgemalt werden. Fertig ist die eigene Höhlenmalerei.

Was sonst noch geht – jetzt kommt Bewegung ins Bild

Tiere und Menschen können mit Hilfe der Naturfarben auch auf weißes Papier gezeichnet werden. Einzeln können noch Waffen wie Speere, Bogen, Messern oder Fackeln ergänzt werden. Anschließend wird ein Karton mit Steinen, Erde, Blättern als Steinzeit-Szene geschmückt und die Figuren auf den Karton gelegt – Foto machen und fertig.

Noch einen Schritt weiter geht der Stop Motion Film, bei dem die Figuren immer Stück für Stück versetzt und fotografiert werden, um anschließend als Film abgespielt zu werden. Mit der kostenfreien Stop Motion Studio App klappt das übrigens sehr gut. Ich habe es für euch ausprobiert und einen kleinen Stop-Motion-Film gedreht: Höhlenmalerei – jetzt wirds bewegt